R.I.P. Patrick Stewart zur Startseite

Abschied von Sir Patrick Stewart –
Ein Captain, der uns mehr als die Sterne zeigte
Sir Patrick Stewart ist tot. Der britische Schauspieler und unvergessliche Captain Jean-Luc Picard starb am 28. Oktober 2026 im Alter von 86 Jahren in Los Angeles. Für Millionen Star-Trek-Fans verliert das Universum damit eine seiner bedeutendsten Persönlichkeiten. Für mich ist es auch der Abschied von einem Menschen, dem ich im Laufe meiner Arbeit für Star Trek mehrfach persönlich begegnen durfte.
Es gibt Schauspieler, die eine Rolle spielen. Und es gibt Schauspieler, die einer Rolle eine Seele geben. Sir Patrick Stewart gehörte zweifellos zu Letzteren.
Als er 1987 erstmals als Captain Jean-Luc Picard die Brücke der USS Enterprise NCC-1701-D betrat, war er für viele Star-Trek-Fans zunächst ein ungewohntes Gesicht. Nach dem temperamentvollen Captain James T. Kirk kam ein älterer, nachdenklicher Captain, der Konflikte lieber mit Worten als mit Waffen löste.
Ein Mann, der zuhörte, bevor er urteilte. Der Fragen stellte, bevor er Entscheidungen traf. Und der selbst dann an die Menschlichkeit glaubte, wenn sie auf eine harte Probe gestellt wurde.
Patrick Stewart machte aus Jean-Luc Picard weit mehr als einen Raumschiffkommandanten. Er machte ihn zu einem Vorbild.

Persönliche Begegnungen, die bleiben
Ich hatte das große Glück, Patrick Stewart im Laufe meiner jahrzehntelangen Arbeit mit Star Trek mehrfach persönlich kennenzulernen und zu erleben.
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir das Jahr 2002, als wir uns in Hamburg anlässlich der Veröffentlichung von Star Trek: The Next Generation auf DVD begegneten. Damals war Star Trek längst ein wichtiger Teil meines beruflichen Lebens geworden. Und dennoch waren solche Begegnungen mit den Menschen, die dieses Universum geprägt hatten, immer etwas Besonderes.
Später begegneten wir uns auf dem Captains Table in Düsseldorf wieder. Und schließlich durfte ich ihn bei der Destination Star Trek in Birmingham erleben und zur Premiere von Star Trek Picard in Berlin hatte ich das Vergnügen.
Hamburg, Düsseldorf, Birmingham und Berlin – vier Stationen einer langen Star-Trek-Reise, die für mich nun noch einmal eine ganz besondere Bedeutung bekommen.
Denn wenn man über Jahrzehnte mit einem Franchise arbeitet, vergisst man manchmal, wie außergewöhnlich diese Welt eigentlich ist. Erst in solchen Momenten wird einem wieder bewusst, dass hinter den Figuren, Geschichten und großen Visionen Menschen stehen, die all das mit Leben erfüllen.
Patrick Stewart war einer dieser Menschen.
Ein Schauspieler, der die Menschlichkeit verkörperte
Seine Karriere begann lange vor Star Trek. Als klassisch ausgebildeter Schauspieler stand er auf den großen Theaterbühnen Großbritanniens, gehörte der Royal Shakespeare Company an und verkörperte zahlreiche bedeutende Rollen.
Später wurde er als Professor Charles Xavier in den X-Men-Filmen auch für ein weiteres Millionenpublikum zu einer prägenden Persönlichkeit.
Doch für uns Star-Trek-Fans wird er immer Jean-Luc Picard bleiben.
Sieben Staffeln The Next Generation, vier Kinofilme und schließlich die Rückkehr in Star Trek: Picard haben Generationen von Zuschauern begleitet.
Was seine Darstellung so besonders machte, war nicht allein seine unverwechselbare Stimme oder seine schauspielerische Präsenz.
Es war die Überzeugungskraft, mit der er jene Werte verkörperte, die Gene Roddenberry mit Star Trek in die Welt tragen wollte: Vernunft, Respekt, Toleranz, Neugier und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Picard musste nicht immer recht haben. Er durfte zweifeln, Fehler machen und verletzlich sein. Gerade das machte ihn menschlich.
Und vielleicht war es genau diese Menschlichkeit, die Patrick Stewart seiner Figur schenkte.
Ein Abschied im Jahr des 60. Jubiläums
Ausgerechnet 2026, im Jahr des 60. Geburtstags von Star Trek, müssen wir uns von weiteren Menschen verabschieden, die dieses Universum über Jahrzehnte geprägt haben.
Patrick Stewart starb nach einer Erkrankung an Alzheimer und Lewy-Körperchen-Demenz in seinem Zuhause in Los Angeles. Nach Angaben seiner Familie war er in seinen letzten Stunden von seiner Ehefrau Sunny, Angehörigen und Freunden umgeben.
Es ist ein stiller, trauriger Abschied von einem Mann, dessen Stimme für Millionen Menschen untrennbar mit der Hoffnung auf eine friedlichere Zukunft verbunden bleiben wird.

Die letzte Reise des Captains
Star Trek hat uns immer wieder daran erinnert, dass die größte Herausforderung der Menschheit nicht darin besteht, ferne Sterne zu erreichen.
Sondern darin, zu lernen, miteinander zu leben.
Vielleicht ist das das schönste Vermächtnis von Jean-Luc Picard. Und von Patrick Stewart, der ihm über so viele Jahrzehnte sein Gesicht, seine Stimme und seine Würde verliehen hat.
Ich bin dankbar für die persönlichen Begegnungen, für die gemeinsamen Veranstaltungen und für all die Erinnerungen, die bleiben werden.
Vor allem aber bin ich dankbar dafür, dass Patrick Stewart mit seiner Kunst dazu beigetragen hat, eine Vision lebendig zu halten, die wir heute vielleicht dringender brauchen denn je.
Eine Vision von einer Menschheit, die nicht durch Angst, Hass und Machtstreben bestimmt wird, sondern durch Verständnis, Mitgefühl und die Bereitschaft, voneinander zu lernen.
Lieber Patrick, deine letzte Reise hat begonnen. Doch das, was du uns mitgegeben hast, wird bleiben.
Die spannendsten unbekannten Welten liegen nicht nur dort draußen – sie liegen in uns selbst.
Farewell, Captain. Live long and prosper.
Gerhard Raible
Star Trek.de · Trekworld Marketing