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STAR TREK DE • Magazin // SNW - Staffel 4 Interview mit Anson Mount

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Star Trek: Strange New Worlds – Das große Interview zur vierten Staffel

Reinhard Prahl

Kurz bevor die erste Folge der vierten Staffel von Star Trek: Strange New Worlds bei Paramount+ online geht, lud uns der Streamer zum virtuellen Interview-Meeting mit Captain Pike alias Anson Mount, Nummer eins aka Rebecca Romijn und der Nyota-Uhura-Darstellerin Celia Rose Gooding ein. In freundlicher Atmosphäre ging es um das kommende Ende einer Ära und darum, was uns in der vierten Staffel erwartet.

 

Nostalgische Gefühle

Das hat man auch nicht alle Tage. Der Captain der U.S.S. Enterprise, seine Nummer eins und die womöglich ikonischste Kommunikationsoffizierin der gesamten Vereinigten Föderation der Planeten stehen einem kleinen Reporter vom Federation News Network Rede und Antwort. Nicht ganz so, aber zumindest doch so ähnlich fühlte ich mich, als ich Celia Rose Gooding, Rebecca Romijn und Anson Mount vor einigen Tagen via Zoom zum Gespräch traf. Passend zum bevorstehenden Start der vierten Staffel von Star Trek: Strange New Worlds plauderten wir spoilerfrei über das, was wir in den kommenden zehn Episoden erwarten dürfen.

Doch nicht nur das, denn wie wir wissen, sind die Dreharbeiten zur finalen fünften Staffel längst abgeschlossen und die Kulissen abgebaut. Am 23. Juli 2026 erwartet uns also die erste von insgesamt 16 Episoden, die das Ende einer Ära markieren. Darauf angesprochen, wie er sich kurz vor dem Abschluss seiner langen Reise als Captain Pike fühlt, antwortet Mount:

„Es ist definitiv ein Kapitel. Ich habe mich aus mehreren Gründen in lang erzählte Fernsehformate verliebt. Einer davon ist, dass es keine andere Form des Geschichtenerzählens gibt, bei der ein internationaler Konzern einem 100 Millionen Dollar in die Hand drückt und sagt: ‚Okay, in zehn Monaten brauchen wir exakt acht Folgen mit jeweils 53 Minuten und 44 Sekunden. Legt los.‘ Und im Grunde hat man zunächst kaum mehr als einen Absatz mit einer Idee und muss dann gemeinsam herausfinden, wie sich das umsetzen lässt. So etwas gibt es in keiner anderen Form.“

Serienfreuden 

Damit bringt der Schauspieler das Streaming-Seriengeschäft erstaunlich gut auf den Punkt, wobei er keineswegs die positiven Aspekte des modernen Storytellings außer Acht lässt, wie er bereits im nächsten Satz beweist:

„Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass man viel längere Handlungsbögen hat und dadurch seiner Figur und den Menschen um sich herum immer näherkommt. Man entwickelt all diese unglaublichen Bindungen, sowohl kreativ als auch zwischenmenschlich, und dann werden sie in alle Winde zerstreut.

Ich empfinde das als einen sehr merkwürdigen Teil meines Berufs. Und ich bin nicht besonders gut darin. Ich sagte heute schon zu jemandem, dass ich ein sehr nostalgischer Mensch bin. Deshalb fällt mir das schwer, aber zugleich bin ich wahnsinnig dankbar für diese Zeit.“

 

Bei all dem Rummel um ihn und seine Rolle hat sich Anson Mount allerdings seine Bescheidenheit bewahrt. Für ihn ist es, wie er versichert, noch immer kaum fassbar, dass er so sehr im Fokus des Interesses steht. Freimütig gibt er zu:

„Allein wenn ich dich sagen höre: ‚Meine erste Frage richtet sich an Anson‘, denkt ein großer Teil von mir: Moment. Ich bin bei Star Trek. Das ist für mich immer noch einfach unglaublich.“

Keine verpassten Chancen

Dieses sympathische Statement ist genau der richtige Augenblick, das Augenmerk auf Rebecca Romijn und Celia Rose Gooding zu richten. Ich möchte wissen, ob es mögliche Handlungsbögen für ihre Figuren gab, die sie gerne gesehen hätten, die aber nie umgesetzt wurden.

 

Rebecca Romijn antwortet gut gelaunt: „Oh, es gibt noch sehr viel, das du noch nicht gesehen hast. Ich glaube, unsere beiden Figuren finden zu Beginn der vierten Staffel wirklich zu sich selbst. Dass Una Chin-Riley nun authentisch leben kann, ist schon irgendwie komisch.

 

Ich habe in Interviews schon öfter erzählt, dass ich als junge Schauspielerin – und zuvor auch als junges Model – immer mit dem Impostor-Syndrom zu kämpfen hatte. Ich glaube, das ist für Menschen mit Anfang zwanzig ganz normal. Tatsächlich war Una Chin-Riley zu Beginn von Star Trek: Strange New Worlds eine Hochstaplerin. Nachdem sie durch das Gerichtsverfahren rehabilitiert wurde und nun ihr wahres Leben führen kann, ist sie – genau wie ich selbst – ein viel selbstbewussterer Mensch.

 

Durch meine Erfahrungen – und das kommt einfach mit der Reife – übernehme ich heute viel stärker die Verantwortung für die Rollen, die ich spiele, und dafür, wer ich in dieser Welt bin. Und genauso geht es Una Chin-Riley in der vierten und fünften Staffel.“

 

Anson Mount kann sich dieser Erfahrung nur anschließen und merkt an: „Stimmt, mir ist tatsächlich gerade erst aufgefallen, dass unsere beiden Figuren unter dem Impostor-Syndrom leiden.“

 

Es ist sehr interessant und lehrreich, dieser Konversation zu folgen. Das Gespräch zwischen den Stars bedarf momentan keiner weiteren Fragen, sondern lediglich eines Zuhörers. Also lehne ich mich entspannt zurück, als Rebecca Romijn auf die Anmerkung Mounts eingeht:

 

„Ja, deine ebenfalls. Ich glaube, jeder Mensch auf der Welt leidet in jungen Jahren unter dem Impostor-Syndrom. Als ich als Model anfing, dachte ich: Gleich finden sie heraus, dass ich hier überhaupt nichts zu suchen habe. Heute glaube ich daher, dass das Modeln meine erste Schauspielrolle war, ganz nach dem Motto: Tu einfach so, als wärst du ein Model, tu so, als wärst du ein Model, tu so, als wärst du ein Model.“

 

Entwicklungen – (K)ein Spoileralarm

Nun steigt auch Celia Rose Gooding in die Diskussion ein, die offensichtlich sehr ähnliche Erfahrungen gemacht hat, denn sie merkt an:

„Gerade meine Karriere befindet sich ja noch in einem frühen Stadium. Und eine Figur spielen zu dürfen, die ebenfalls noch ganz am Anfang ihrer Sternenflottenlaufbahn stand, hat mich zunächst wirklich sehr, sehr nervös gemacht. Ich hatte dieses Gefühl: ‚Sie werden merken, dass ich eine Betrügerin bin. Ja, sie werden mich hinauswerfen und ersetzen.‘“

 

Damit hat die Schauspielerin den Faden zur Serie geschickt wieder aufgenommen und führt ihn zu ihrer Figur zurück. Wie hat sich Uhura ihrer Meinung nach über die Jahre entwickelt?

 

„Gerade zu Beginn der vierten Staffel erleben wir Uhura an einem Punkt, der dem sehr ähnlich ist, an dem auch ich als Person zum Zeitpunkt des Drehs angekommen war. Man hat endlich das Gefühl, seinen Platz gefunden zu haben. Man glaubt, Autoritäten ein wenig stärker hinterfragen zu dürfen. Man vertraut sich selbst und den eigenen Fähigkeiten.

 

Und genau dort begegnen wir Uhura zu Beginn der vierten Staffel. Sie erhebt endlich ihre Stimme, sagt offen ihre Meinung und vertraut auf sich selbst – auf eine Weise, wie sie es zu Beginn von Strange New Worlds und in den früheren Staffeln noch nicht tat. Deshalb glaube auch ich, dass unsere Figuren und auch die Besatzung insgesamt, in verschiedenen Bereichen mit dem Impostor-Syndrom zu kämpfen hatten – manche von uns buchstäblicher als andere.

 

Doch wir begegnen unseren Figuren nun mit mehr Selbstvertrauen, und wenn wir über die vierte und fünfte Staffel sprechen, sagen wir immer, dass darin einige unserer stärksten Arbeiten zu sehen sind. Wir haben unseren Rhythmus gefunden und loten weiterhin aus, wie weit wir gehen können.“

 

„Lasst uns einen Moment über den Beginn der vierten Staffel sprechen“, lenke ich das Gespräch nun in eine andere Richtung. Denn schließlich möchten wir abschließend noch das eine oder andere Detail über die Plots aus den Stars herauskitzeln.

 

Allerdings macht mir das obligatorische Spoilerverbot bei dieser Aufgabe zu schaffen. Deshalb versuche ich, die Klippe elegant zu umschiffen, und wähle folgende Formulierung:

„Ich glaube, ich darf sagen, dass es sich beim Staffelauftakt um eine Zeitreisegeschichte handelt. Wie überzeugend haben die Autoren dieses Thema eurer Meinung nach umgesetzt? Immerhin ist es ausgesprochen schwierig, Zeitreiseepisoden glaubwürdig zu schreiben.“

 

Celia Rose Gooding ergreift das Wort und antwortet diplomatisch: „Wir vertrauen unseren Autoren einfach. Sie sind so viel klüger als wir. Nicht ohne Grund sind sie die Autoren. Ja, im Ernst. Es macht Spaß. Für uns ist es immer wieder eine Überraschung, diese Episoden zu lesen und zu sehen, was sie sich ausgedacht haben. Es ist unglaublich, wie sehr sie über den Tellerrand hinausdenken.“

 

Lachen ist gesund, oder?

 

Sozusagen durch die Hintertür versuche ich, mehr zu erfahren, und frage die drei nach ihrer Lieblingsfolge der vierten Staffel, ahne aber schon, dass die Vollprofis standhaft bleiben werden. Rebecca Romijn kann diese Frage ohnehin nicht wirklich beantworten, da sie noch keine der zehn Folgen gesehen hat. Dennoch vermittelt sie mir einen schönen Eindruck von dem Spaß, den die gesamte Crew während der Dreharbeiten hatte:

 

„Ich glaube, wir alle mochten die Landurlaubsfolge sehr, in der wir auf einem Planeten Spaß haben dürfen, dessen Gase uns berauschen. Ja, ich glaube, das war eine unserer Lieblingsfolgen.“

 

Anson Mount bestätigt das ohne zu zögern und erzählt lächelnd: „Ich habe gerade einen kurzen Blick auf die ersten vier Folgen geworfen. Und ja, die Landurlaubsfolge ist einfach sehr gut geworden. Es ist die dritte Episode der Staffel. Wir hatten sie als zweite Folge gedreht, und dann wurde die Reihenfolge irgendwie geändert.“

 

In einem Zoom-Interview mit sympathischen Menschen, die auch noch ikonische Rollen in einem Franchise spielen, das man seit über 50 Jahren verehrt, vergeht die Zeit wie im Flug. Die Meldung, meine Zeit sei um, stimmt mich im Hinblick auf die derzeit ungewisse Zukunft von Star Trek etwas wehmütig.

 

Dennoch kann ich mir eine letzte Frage nicht verkneifen, auch wenn ich damit leicht überziehe: „Nachdem wir euch bereits singen erlebt haben, welche Verrücktheiten dürfen wir von der vierten Staffel erwarten?“

 

„Es gibt noch viel mehr zu lachen“, erwidert Celia Rose Gooding beinahe wie aus der Pistole geschossen. „Und es gibt Momente der Furcht. Strange New Worlds war schon immer sehr vielseitig, was die Genres betrifft. Bereits in unserer ersten Staffel hatten wir diese Fantasy-Episode, und in der vierten Staffel loten wir die Grenzen einfach noch weiter aus.

 

Wir werfen eine ganze Menge ausgefallener Ideen in den Ring und schauen, was davon hängen bleibt. Stellt euch darauf ein, dass es euch umhauen wird. Es gibt Dinge, da denkt man: Oh nein, das machen die niemals – doch wir machen es.“

 

Ein Wort zum Abschied

Die letzten Sekunden gehören Rebecca Romijn, die genau die richtigen Worte findet, um dieses angenehme Interview abzurunden:

 

„Ich denke, wir haben mit Strange New Worlds wirklich versucht, die Originalserie aufzugreifen, schon allein dadurch, dass die Enterprise der Star der Serie ist. Die Stars der Originalserie hatten einen Riesenspaß und eine unglaubliche Freude an der Arbeit, das kann man in so vielen Szenen sehen. Ich finde, wir haben mit unserer Serie versucht, genau diese spaßige, sexy und groovige Seite der Originalserie einzufangen.“

 

Wer Star Trek: Strange New Worlds kennt und dazu die Special Features der 4K-Steelbook-Boxen gesehen hat, weiß, wie viel Wahrheit in den Aussagen der Schauspielerinnen steckt. Spannung, pures TOS-Feeling, Humor, Vielfalt und manchmal vielleicht auch ein Schuss zu viel des Guten. All das ist in eine kinoreife Optik verpackt. Das ist SNW – und das ist gut so, denn die Serie hat mehr als einmal bewiesen, dass der Ruf nach einer Captain-Pike-Serie, der nach Anson Mounts Auftritt immer lauter wurde, mehr als gerechtfertigt war.