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Star Trek: Outposts Unknown – Demo angezockt
Von Reinhard Prahl
Am 7. Juni 2026 brachte der US-amerikanische Mobile-Game-Entwickler Magic Fuel Games die Demo zum kommenden City-Builder Star Trek: Outposts Unknown heraus und ließ damit das Herz der Trek-Gamerwelt höherschlagen. Doch halten die rund drei Stunden Gameplay, was wir uns versprechen, oder erwartet uns bald die nächste mittelmäßige Lizenzgurke?
Neue Spiele braucht das Land
Auf einmal ist alles anders. Nach einer jahrelangen Durstrecke in Sachen Star Trek-Computerspiele wird das Fandom seit einiger Zeit regelmäßig mit neuem Material versorgt, wenn auch mal mehr, mal weniger unterhaltsam. Den Anfang machte 2022 das auf ein jüngeres Publikum ausgelegte Star Trek Prodigy: Supernova von Tessera Games, ein Action-Puzzler mit einer während der ersten Staffel der Serie angesiedelten Standalone-Story.
Trotz Unterhaltungswert, einer stilechten Grafik, netter Rätsel und einem motivierenden Sammelsystem kam das Spiel bei Teilen der Community aber leider nur mäßig an, schade eigentlich. 2023 startete die 4X-Rundenstrategiehoffnung Star Trek: Infinite von Nimble Giant Entertainment unter der Führung der Strategiepublisherexperten Paradox Entertainment. Diese vernachlässigten das Spiel aber sehr schnell sträflich und ließen es schließlich ganz in Stich, was zurecht ebenfalls für große Kritik sorgte. Ein Jahr später entschied sich der Mobile-Game-Entwickler Emerald City Games, sein ursprünglich 2021 für Smarthphones erschienenes Star Trek: Legends für den PC zu adaptieren.
Diesmal ging es darum, Figuren aus allen Epochen des Trek-Universums zu sammeln, diese zu leveln und durch ein Strategie-Abenteuer zu führen, das vom Ansatz her zwar simpel, aber doch unterhaltsam war. Im Gegensatz zur Mobile-Version erwarb man das Spiel diesmal für schmale 19 Euro und konnte sich für rund acht Euro das sogenannte „Enemies & Allies Content Pack“ mit zahlreichen neuen Helden und Feinden dazukaufen, ein fairer Preis.
Das Jahr 2025 blieb erstaunlich ruhig, doch bereits am 18. Februar 2026 schickte der deutsche, ebenfalls auf Handyspiele spezialisierte, deutsche Entwickler Gamexcite in Zusammenarbeit mit Daedalic Entertainment das von uns kürzlich ausführlich getestete Rougelike-Strategiespiel mit Aufbauelementen Star Trek: Voyager – Across the Unknown ins Rennen.

Wer ist Magic Fuel Games?
Nun ist es erneut ein eigentlich auf das Mobile-Geschäft konzentriertes Studio, namentlich die US-Amerikaner Magic Fuel Games, die sich an einem Echtzeit-City-Builder versuchen, wobei die Frage erlaubt sein muss, warum Paramount/Skydance offensichtlich so häufig Lizenzen an kleine Indie-Klitschen vergeben, die ihre Einnahmen vornehmlich über den I-Phone-Store oder den Google-App-Store generieren.
Gerade das im Franchise offensichtlich überrepräsentierte Strategiespielfeld hat vornehmlich in den letzten Jahren mit Studios wie Slavic Magic (Manor Lords) oder Unfrozen (Heroes of Might an Magic: Olden Era) so tolle und liebevoll arbeitende Indie-Entwickler zu bieten, dass man sich fraglos auch in Richtung von Genre-Experten hätte bewegen können, die reichlich Erfahrung für PC und Konsolenumsetzungen mitbringen.
Doch seien wir fair, vorverurteilen wir Magic Fuel Games nicht und schauen uns stattdessen an, mit wem wir es zu tun haben. Die Spieleschmiede wurde 2015 von ehemaligen EA-Veteranen gegründet, die sich fortan auf grafisch knuffige Casual-Vertreter spezialisierten. Das Erstlingswerk Cityscapes Rebuild war ein Apple-exklusiver Arcade-Citybuilder, dem das Tower-Defense-Like Fort Stars, das Taktik-Spiel World War Bots und zuletzt das Casual Managment- und Idle-artige Love Cooking folgte.

Worum geht es?
Ob das die richtige Expertise für einen Star Trek-City-Builder ist, der eben nicht auf Cash-Shop-Elemente setzt, um den künstlich gestreckten Spielfluss zu beschleunigen, bleibt abzuwarten. Gesagt sei jedoch gleich zu Beginn unseres Tests, dass Star Trek: Outposts Unknown optisch einen richtig guten Eindruck hinterlässt und grundsätzlich das Herz am rechten Fleck hat.
Die Geschichte beginnt im 23. Jahrhundert in der Ära von Star Trek: Strange New Worlds. Die Crew der U.S.S. Resonant erkundet das X'Lehari-System und gründet auf einem Planeten einen ersten Außenposten. Als Spieler suchen wir uns auf einer abwechslungsreichen, großen Karte einen Startpunkt aus, an dem die ersten Crewmitglieder herunterbeamen. In typischer City-Builder-Manier beginnen wir sodann mit dem Bau einer Basis, erkunden die Umgebung und fördern die ersten Ressourcen, um weitere für den Spielfortschritt notwendige Gebäude zu errichten. So etwas wie eine Story konnten wir in den ersten Stunden nicht ausmachen, allerdings versprechen die Entwickler, dass diese noch folgt.
Das Platzieren unserer ersten Bauwerke in Form einer Basis, eines Shuttlelandeplatzes und eines Metallkollektors geht leicht von der Hand. Ist ein Bauort ausgewählt, beginnt unsere Crew, sprich unsere Arbeiter, die benötigen Materialen dorthin zu transportieren, bis der Bau endlich starten kann. Das alles sieht toll aus und macht auf audiovisueller Ebene Spaß, zumal am Shuttlepoint tatsächlich morgens und abends Shuttles landen, um die Crew abzusetzen und am Ende des Tages wieder zur U.S.S. Resonant zurückzubefördern. Haben wir gerade nichts zu tun, erkunden wir die mit einem Nebel des Krieges verdeckte Karte und stoßen dabei neben nützlichen Materialien auch auf lebensfeindliche Flora, die uns das Leben schwer macht.

Mechaniken
Dank eines einfachen Point-and-Click-Systems wählen wir in so einem Fall einen Security-Officer aus, der der fiesen Pflanze den Garaus macht, theoretisch jedenfalls, doch dazu gleich mehr. Grundsätzlich gibt uns das Spiel damit vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten an die Hand, die zwischen Sammeln, Bauen, Erkunden (sogar das gesamte Sonnensystem), Gebäude leveln, Forschungsbaum, Aufrüsten der U.S.S. Resonant, der Beachtung der Moral unserer Crew und der Herstellung immer neuer Ressourcen pendeln, um neue Gebäudetypen freizuschalten. Im besten Fall entsteht so nach einigen Stunden Spielzeit eine wuselige Siedlung, in der wir das bunte Treiben der Arbeiter beobachten können, ein durchaus lohnenswerter Spaß.
Und damit kommen wir dort an, wo die Theorie und die Praxis miteinander kollidieren, denn Star Trek: Outposts Unkown verfügt im jetzigen Zustand über einige unnötig ausbremsende Designentscheidungen. Wird es beispielsweise Nacht, landet ein Shuttle und holt die Crew ab, damit sie im Orbit auf der U.S.S. Resonant nächtigen kann. Was auf den ersten Blick wie pure Atmosphäre aussieht, entpuppt sich auf den zweiten jedoch als Spaßbremse. In der Zeit bis zum Morgen sind dank dieses Umstands nämlich keinerlei Aktionen möglich. Zwar verfügt das Spiel über eine Vorspuloption, gänzlich überspringen können wir die Zwangspause aber nicht.
Ein weiteres Problem ist, dass die Tage viel zu kurz sind, um vor allem Zu Beginn wirklich das Gefühl des Fortschritts zu vermitteln. Der Abbau von Ressourcen, der Transport zu den aufzubauenden Gebäuden, die Zeit, bis ein unbekannter Ort erkundet ist – all das dauert so quälend lang, dass man beinahe einen Cash-Shop mit Items herbeisehnt, durch die man die Vorgänge beschleunigen kann. Hier denkt Magic Fuel Games schlicht zu sehr in Richtung Mobile und vergisst offensichtlich, dass man ein PC-Spiel entwickelt, das die Spielerschaft auch kaufen soll.

Geduld im X’Lehari-System
Ganz übel kommt es, wenn man einen Arbeiter zur Erkundung eines Point of Interest losschicken möchte. Das ist zwar theoretisch möglich, praktisch haben wir es aber mit einer Wegfindung aus der sprichwörtlichen Hölle zu tun. Viel zu oft kam in unserem Test das losgeschickte Crewmitglied gar nicht erst an. Ein anderes Mal beobachteten wir, wie unser kleiner Helfer einen völlig unverständlichen Umweg machte, ein drittes Mal brach die Erkundung nachts ab und wurde am nächsten Tag nicht wieder aufgenommen.
Kurz gesagt: wer die Demo von Star Trek: Outposts Unkown spielen will, muss viel Geduld mitbringen. Allerdings soll nicht unerwähnt bleiben, dass Magic Fuel Games explizit betont, dass das Game work in progress ist. Das Einsenden von Feedback und Bugs ist ausdrücklich erwünscht, so dass davon auszugehen ist, dass die Demo mehr dazu dient, erste Eindrücke für die weitere Entwicklung zu sammeln. Das ist eine absolut legitime Vorgehensweise, obwohl auch ein Early Access möglich wäre, der erstens wesentlich tiefere Einblicke erlaubt und zweitens Geld in die Kassen des Studios für die weitere Entwicklung spülen würde.

Fazit
Die Idee zu Star Trek: Outposts Unknown ist wirklich toll. Optik, Sound, Liebe zum Detail, all das und mehr ist zweifelsfrei da. Wenn die Entwickler weiter fleißig an dem Spiel werkeln und sich die hoffentlich reichhaltigen Feedbacks zu Herzen nehmen, könnten wir in einigen Monaten ein richtig gutes Spiel an die Hand bekommen. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg, vor allem technisch, denn mit so einer Wegfindung und mit derart ausbremsenden Mechaniken könnte bei vielen passionierten City-Buildern schnell Frust aufkommen.
Drücken wir also die Daumen, dass Magic Fuel Games die Stellschrauben an den richtigen Stellen anzieht. Mit etwas Glück erfahren wir in den nächsten Tagen mehr aus erster Hand, zumindest dann, wenn Magic Fuel Games unsere Interviewanfrage beantwortet. Eine solche haben wir übrigens auch dem Team von Blooper geschickt, die derzeit an dem ersten Horror-Action-Adventure im Star Trek-Universum namens Star Trek: Shadow Frontier arbeiten. Dazu demnächst mehr.

Im Juni 2026