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Simon Pegg im Interview
Publikumsliebling Simon Pegg stand startrek.de bei der Deutschlandpremiere von Star Trek Rede und Antwort.
Für wie viele Filme hast du als Scotty unterschrieben und was sollte er deiner Meinung nach im nächsten tun?
Pegg: Ich habe für drei unterschrieben. Im nächsten wünsche ich mir eine größere Rolle für Scotty. ich fände es gut, wenn er kämpfen würde, beim Außenteam dabei wäre und mehr Zeit im Maschinenraum verbringen würde. Er könnte auch gern mal das Schiff retten.
Wie hast du reagiert, als du die Rolle bekamst? Du hattest zu dem Zeitpunkt ja auch andere Projekte.
Pegg: Das stimmt, aber diese Rolle ist einfach einzigartig. Ich musste noch nicht einmal dafür vorsprechen. J.J. [Abrams] schickte mir eine Email, in der er mich fragte, ob ich gern Scotty spielen würde. Ich wusste nicht, was ich mit dieser Frage anfangen sollte. Ich war so verwirrt, dass ich erst einmal ein paar Tage darüber nachdenken musste. Dann sagte ich ja.
Welche Bedeutung hat Scottys schottische Nationalität für dich?
Pegg: Nun, ich bin kein Schotte, aber die Enterprise war immer schon ein ethnisch sehr gemischtes Schiff. Es gefiel mir, dass Scotty der Chefmechaniker war, weil die Schotten als Ingenieure für sehr viele Erfindungen verantwortlich waren, zum Beispiel für das Fernsehen. In meiner Rolle habe ich versucht, einige schottische Eigenarten einzubauen. Ein Teil meiner Familie stammt aus Schottland, ebenso meine Frau, und ich guckte einiges bei ihnen ab. Die Schotten werden diese Kleinigkeiten hoffentlich bemerken, das restliche Publikum wohl eher nicht.
Was wusstest du vor dem Film über Star Trek?
Pegg: Eine Menge. Ich mochte die Originalserie und ihre Nachfolger, deshalb wusste ich auch ungefähr, was auf mich zu kam. Ich fand es toll, dass J.J. dieses Projekt leitete. Er hat ganz eigene Vorstellungen und ist sehr enthusiastisch. Er ist kein Zyniker und würde etwas wie Star Trek nie als reinen Goldesel betrachten. Heutzutage werden viele Remakes gedreht, weil die Marketing-Firmen den Filmtitel wie eine Marke betrachten, die bereits etabliert ist. Sie denken sich, dass die Leute den Film sehen werden, weil sie den Titel kennen. Vielleicht war es bei Star Trek genauso. Vielleicht dachte irgendein Manager, er könne damit Geld verdienen. Doch dann angelte sich J.J. dieses Projekt. Allen war klar, dass er mit Liebe herangehen und etwas Besonderes und Gutes drehen würde. Für ihn war Star Trek viel mehr als ein Mittel zum Geld verdienen.
Du bist selbst ein Star-Trek-Fan. Was hältst du von dem Film als Fan?
Pegg: Ich habe mich sehr auf den Filmstart gefreut, weil ich wollte, dass die Fans endlich sehen, um was es darin wirklich geht. Es wurde im Vorfeld sehr viel über den Kanon geredet, ob der Film überhaupt funktionieren könne, etc. Die Geschichte ist so intelligent, dass sie Star Trek als Gesamtwerk bestehen lässt, gleichzeitig jedoch eine neue Zeitlinie erschafft, in der alles möglich ist. Zeitlinien und andere Universen haben ja eine lange Tradition in Star Trek. Sie geht zurück bis zu der Folge "Mirror, Mirror" aus der Originalserie, in der dem Zuschauer ein völlig anderes Universum gezeigt wurde. Dieses Universum muss ebenfalls eine Geschichte haben, die wir in der Folge jedoch nicht erfahren. Im Film folgen wir der Zeitlinie bis zu einem gewissen Punkt, dann gehen wir zurück und erschaffen eine neue, sodass wir die uns vertrauten Personen in neue Situationen bringen können. Das ist ein wirklich intelligenter Neustart.
Warum gibt es deiner Meinung nach Star Trek nach all den Jahren noch?
Pegg: Zum einen liegt das sicherlich an der beständig hohen Popularität der Originalserie, zum anderen aber auch an den Fans, die der Serie einen Schwung gegeben haben, der bis heute anhält. Wegen ihnen wurden die Filme und die Ablegerserien gedreht, die wiederum neue Fans am Bord betrachten. Ich glaube, dass der Optimismus der Serie ebenfalls eine Rolle spielt. Star Trek sagt, dass wir eines Tages in Frieden zusammenleben werden, nicht nur mit anderen Menschen, sondern mit anderen Spezies. Das ist eine schöne Vorstellung, von der jeder träumt.
Einige Darsteller haben ihre Rollenvorbilder kennen gelernt, aber James Doohan ist leider schon tot. Hast du stattdessen Folgen mit ihm gesehen?
Pegg: Nein. Ich wollte ihn nicht kopieren, sondern meine eigene Version dieses Charakters erschaffen. Ich war aber einmal im gleichen Zimmer wie James. Das war auf einer Preisverleihung 2005, kurz vor seinem Tod. Wenn ich damals gewusst hätte, was passieren würde, hätte ich mich ihm vorgestellt. Später lernte ich seinen Sohn Chris kennen. Ich wollte mich bei der Doohan-Familie melden, um ihnen zu sagen, dass ich versuchen würde, Scotty mit der gleichen Lebensfreude zu spielen, die James in die Rolle gelegt hatte. Bevor ich das tun konnte, mailte mir Chris. Wir wurden Email-Freunde, und er spielt im Film sogar meinen Assistenten. Er erzählte mir viele Geschichten über seinen Vater.
In Filmen wie Hot Fuzz warst du auch hinter der Kamera stark involviert. Fiel es dir schwer, die Zügel aus der Hand zu geben und "nur" zu schauspielern?
Pegg: Nein, denn der Stress, nicht nur Schauspieler, sondern auch Autor zu sein, kann schon hart werden. Außerdem kannte ich J.J. und wusste, dass ich ihm zu hundert Prozent vertrauen konnte.
Interview: Claudia Kern und Susanne Döpke
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