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Eric Bana im Interview

In Star Trek gibt der australische Superstar den bösen Romulaner - jenseits der Leinwand ist Eric Bana nur ein ganz normaler (menschlicher)  Autonarr, der auf Mad Max-Filme steht.

In Star Trek gibt es viele echt hässliche Bösewichter. Wie hat es dir gefallen, einen Romulaner zu spielen?

Bana: Die Idee fand ich sehr gut, weil man als Schauspieler hinter der Maske verschwinden kann. In Hollywood geht es normalerweise darum, möglichst gut auszusehen. Hier ging es um das Gegenteil.

Würdest du Nero als Bösewicht bezeichnen? Schließlich kämpft er für seine Familie, was jeder tun würde.

Bana: Das stimmt. Wenn man sich die Handlung und die Struktur des Films ansieht, ist er natürlich der Böse, aber die Motivation für seine Taten hat mich von Anfang an begeistert. Ich habe mit J.J. [Abrams] oft darüber gesprochen, weil ich wollte, dass der Zuschauer Neros Handlungen nachvollziehen kann. Das war nicht ganz einfach, schließlich dreht es sich in dem Film hauptsächlich um die Crew der Enterprise, nicht um Nero. Aber für den Zuschauer ist es sicherlich interessant, auch Neros Seite verstehen zu können. Mich würde es stören, wenn man mir einen Film vorsetzen würde, in dem der Böse einfach nur böse ist. Ich will wissen, warum er böse ist.

Wie würdest du dich im Vergleich zu anderen Star-Trek-Bösewichtern wie Khan sehen?

Bana: Keine Ahnung. Ich kenne keinen einzigen Star-Trek-Film. Als Kind habe ich die Serie gesehen, aber später nie die Filme.  Als ich die Rolle annahm, wollte ich das auch nicht ändern. Als Schauspieler bekommt man beim Lesen des Drehbuchs ein Gefühl für die Figur. Ich wollte mich nicht durch äußere Einflüsse davon abbringen lassen. Es gibt eine feine Linie zwischen Vorbereitung und Recherche. Vorbereitung ist wichtig, Recherche kann manchmal schaden. Die Analyse anderer Filme und Charaktere hätte mir bei meiner Vorbereitung sicherlich nicht geholfen. Allerdings habe ich den Vergleich zwischen Nero und Khan schon einige Male gehört.

Was hast du denn recherchiert? Hast du dir Wissen über die Romulaner angelesen?

Bana: Für diese Rolle musste ich kaum recherchieren. Man hatte Nero vorher noch nie gesehen, deshalb gab es kaum Vorgaben. Meistens muss ich die Figuren, die ich spiele, sehr umfangreich recherchieren, deshalb war Nero eine nette Abwechslung. Er entstand komplett aus meinen Ideen und J.J.s Vorschlägen. Sie waren wichtiger als das Wissen über den Ursprung der Romulaner.

Was ging dir durch den Kopf, als du dich zum ersten Mal im Spiegel mit Maske und Tattoos gesehen hast?

Bana: Das war schon seltsam. Die Maske war umfangreicher als sie wirkt. Ich hatte eine Glatze, damit man das Latex an meinem Kopf befestigen konnte. Die Aufsätze begannen an meiner Nasenspitze und verliefen über die Stirn bis zum Nacken. Das Erste, was mir beim Blick in den Spiegel auffiel, war, dass sich mein Gesicht nicht bewegte. Ich sah aus wie eine dieser Schauspielerinnen, die sich zuviel Botox gespritzt hat. Darauf musste ich meine Darstellung anpassen. Normalerweise sehe ich mir meine Szenen nicht auf dem Monitor an, aber dieses Mal tat ich es, weil die Maske eine andere Herangehensweise erforderte und ich vieles ausprobieren musste.

Haben Neros Tattoos eine Bedeutung?

Bana: Nein. Wir spielten anfangs mit verschiedenen Mustern herum. Manche, die im Spiegel toll aussahen, wirkten auf Film lächerlich. Bei anderen ergaben sich Muster, die wir nicht gesehen hatten. Zum Beispiel sah eine Version so aus, als habe ich ein W auf der Stirn. Das bemerkten wir erst bei den Probeaufnahmen.

Du hast vor Star Trek eine Dokumentation namens Love the Beast gedreht, in der es um dein Auto geht.

Bana: Ja, ich stand kurz vor dem Ende der Dreharbeiten, als ich das Drehbuch bekam. Eigentlich wollte ich ablehnen, aber mein Agent bat mich, wenigstens das Script zu lesen. Ich tat das und fand es toll. Aber von einem Mini-Budget wie Love the Beast zu einer Multimillionen-Dollar-Produktion wie Star Trek zu wechseln, war schon extrem.

Hat die je eine andere Karriere als die Schauspielerei vorgeschwebt?

Bana: Ja, ich wollte als Kind Rennfahrer werden. Ich fahre auch heute noch, wenn ich nicht gerade arbeite. Das ist gut für die geistige Gesundheit.

Du hast mal gesagt, Mad Max habe dich stark beeinflusst.

Bana: Das stimmt. Der Film kam in die Kinos, als ich neun oder zehn Jahre alt war. Er wurde in der Nähe unseres Hauses gedreht. Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt nur amerikanische Filme gesehen. Mad Max haute mich um. Mel Gibson war Australier, kein Amerikaner, und ich glaube, dass ich bei diesem Film zum ersten Mal erkannte, dass man auch in Australien Filme drehen konnte. Das inspirierte mich.

Hat Star Trek etwas in deinem Leben verändert?

Bana: Nicht konkret, aber mir fällt auf einmal auf, wie viele Trekkies es gibt. Menschen, von denen ich es nie erwartet hätte, Freunde von mir und Fremde, Piloten, LKW-Fahrer, Kellnerinnen sprechen mich auf einmal auf den Film an und outen sich als Trekkies.

Interview: Claudia Kern und Susanne Döpke
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