Marina Sirtis – The Cycle Bitch from Hell
 Nomen est Omen – das gilt nicht nur unter Lateinern – auch Spitznamen sagen ja so manches über einen Menschen aus. Im Laufe des Panels von Marina Sirtis durften wir darüber einiges in Erfahrung bringen – doch zuerst zurück zum Anfang. Erstmal wurde die charmante Schauspielerin von ihren Fans mit begeistertem Applaus empfangen, schließlich war Marina das letzte Mal zur FEDCon XI also vor 5 Jahren in Deutschland. Ein Fan meinte, dass sei viel zu lange, um auf sie zu warten – nun ja er hatte es sicherlich nett gemeint, doch Marina nahm es zum Anlass sich augenzwinkernd über die Grobheit der deutschen Fans zu beschweren. Doch etwas ernster und nicht ohne ein leichtes Bedauern erzählte sie dann, dass sie bei ihrer ersten FEDCon noch wie Nicki Clyne zum jungen Gemüse gehört habe und nun sei sie die Alte auf der Bühne.
Tückisch – das könnte der zweite Vorname des Filmbusiness sein. Um einen Schauspieler auf Herz und Nieren und seine Eignung für eine Rolle zu testen, kann es vorkommen, dass er oder in diesem speziellen Fall Marina sechs Mal vorsprechen muss. Doch jetzt wird es tricky – bevor das entscheidende sechste Vorsprechen stattfinden kann, darf der Schauspieler erstmal seinen Vertrag unterschreiben. Warum? Nun er oder sie möchte die Rolle auf jeden Fall und wenn er sie dann hat, kann er nicht mehr über die Bezahlung feilschen – unterschrieben ist unterschrieben. Besonders kompliziert wird es dann, wenn man als Schauspielerin – so wie Marina – vor dem Vorsprechen unter Lampenfieber leidet und bei Vertragsverhandlungen noch nervöser wird. So kam es, dass die Managerin ihren Schützling anrief und ihr sagte, sie könne beruhigt sein, es sei ein guter Vertrag. "Ein guter Vertrag – klar, vielleicht wenn man Reisbauer in China ist," mutmaßte Marina. Sie ging also zum letzten Casting und der Casting Director forderte sie auf, den Vertrag zu unterschreiben, was sie nicht konnte, weil sie a) den Vertrag hätte lesen müssen und dann b) die Szene versemmelt hätte. Aber der Casting Director war stur wie Dieter Bohlen und bestand auf eine Unterschrift – Lösung des Problems – Marina lies alle Seiten des Vertrages abdecken und gab quasi blind ihr Leben dahin. Später fand sie heraus, das all ihre Mitschauspieler mehr verdienten als sie, trotzdem war sie zufrieden. "Ich komme aus England und hab schon fürs BBC gearbeitet – da muss man sein Geld mitbringen!"
Typische Handlungsweisen – das gibt es wohl für jeden Charakter aus dem TNG Universum. Riker hatte seinen speziellen Gang und Deanna – nun sie gab ihrem Captain öfter mit einem bestimmten Satz zu verstehen, das ein Gegenüber Geheimnisse hat. Captain – er verbirgt etwas – dieser Satz nervte Patrick Stewart offensichtlich so, dass er sich zu einem Gefühlsausbruch hinreißen lies. "Wir wissen das, du dumme Kuh, du Platzverschwendung," sprach’s und versteckte sich fluggs hinter Brent Spiner alias Data. Marina, im Gegensatz zu ihrem Alter Ego nicht auf den Mund gefallen, rächte sich prompt. "Entschuldigung Eure Majestät, ich bin nur die Schauspielerin und es bringt nichts sich hinter Data zu verstecken, denn der hat keine Superkräfte, du britischer Idiot!" Jaja ein liebevolles Grüppchen – diese TNG Besetzung.
Wußtet ihr warum in Wahrheit der Tunnel von England nach Frankreich gebaut wurde? Marina lüftete dieses Geheimnis gerne für uns. Eine Zeitlang sollte Deanna Troi mit Akzent sprechen, doch Marina fragte sich zurecht warum. Der Captain der Enterprise 1701 D sollte ja nicht nur dem Namen nach ein Franzose sein, doch hatte der etwa einen Akzent – nein! Im 23. Jhrdt so Marina gäbe es gar keine Franzosen mehr, denn der Tunnel wurde gebaut um Frankreich von Großbritannien aus zu infiltrieren und das Land zu übernehmen – folglich hören sich ab dem 23.Jhrdt. alle Franzosen an wie Jean-Luc Picard - Aha!
Nun aber zu den besagten Spitznamen – hinlänglich bekannt dürfte ja sein, das Patrick Stewart auch gerne der "alte Glatzkopf" genannt wird. Marinas Mann und auch ihr guter "dunkelhäutige Freund" Michael Dorn teilen etwas – nämlich den Vornamen. Daher nennt sie den Worfdarsteller liebevoll Dorni. Übrigens wird Marina von ihrem geliebten Ehemann Michael Lamper gerne The Cycle Bitch out of Hell genannt – nun ja. Aber zurück zu Dorni und Marina, was man hinter dem britischen Energiebündel mit griechischem Blut nicht vermuten würde, ist dass sie Männer fürs Leben gerne so richtig verwöhnt und bemuttert. Seid Jahren versucht sie nun den guten Dorni unter die Haube zu bringen – mit mäßigem Erfolg. "Anfangs dachte ich immer das wird leicht, er braucht nur zwei Dinge zum Glücklich sein – große T..... und kochen muss die Zukünftige können, nun ich bin ja leider schon verheiratet," grinste sie frech. "Er wird wohl ewig Junggeselle bleiben, ich hab alles versucht, Blackmail, Psychologie und Gewalt – aber er leert meinen Kühlschrank weiter, vielleicht sollte ich aufhören Schokoladenkuchen für ihn zu backen," gestand Marina sich ein.
Eine Lösung fiel der quirligen Schauspielerin allerdings dann für Michael Dorn doch noch ein. Europa – hier sähen laut Marina die Frauen gut aus und könnten gleichzeitig auch noch kochen – also müsste man hier den Worfdarsteller doch unter die Haube kriegen können. Die Amerikanerinnen, so stellte die gebürtige Britin fest, seien so egoistisch. Marina selbst dagegen, sei eine gute griechische Ehefrau, sie putze, koche und verwöhne ihren Ehemann. "Da könnt ihr Brent und LeVar fragen, die denken mein Mann muss der Glücklichste auf der Welt sein," hielt sie dem ungläubigen Auflachen der Fans entgegen. Ganz ernst fügte sie dann noch hinzu, dass sie durchaus eine Feministin sei, nämlich wenn es dabei um Rechte, gleiches Geld für gleiche Arbeit und ähnlichem gehe. Der griechische Teil in ihr käme immer Zuhause zum Vorschein.
Bei der Wahl ihres Ehemanns, hatte Marina Sirtis ja offensichtlich ein gutes Händchen gehabt, leider gelang ihr das bei der Wahl ihrer Rollen eher weniger. Ein Beispiel – sie erhielt zwei Skripts – eines behandelte ein schönes Thema für das sie sich persönlich engagieren wollte – den Regenwald. Das andere Skript dagegen war Sci-Fi und wie Marina dachte, totaler Schrott. Sie sagte also für den Regenwaldfilm zu und was kam dabei raus – Paradise Lost – der schlimmste Flop seid es Regenwälder gibt. Bei dem Sci-Fi Film im übrigen handelte es sich um – Men in Black! Fazit für Marina – da sie offensichtlich nicht zwischen guten und schlechten Skripts unterscheiden könne, nehme sie lieber alles an. Zumindest galt diese These für die Schauspielerin bis sie zum Schiffscounselor der Enterprise wurde. Nach STAR TREK The Next Generation sei sie so wählerisch geworden, dass sie die Rolle in Flipper mit der Begründung absagte, sie habe ja schließlich mit Patrick Stewart gedreht, da werde sie bestimmt nicht mit einem Fisch arbeiten – wohl wissend das ein Delphin kein Fisch ist!
Wo wir gerade bei Meeresbewohnern sind – eine Episode für TNG erforderte es, dass Deanna Troi sich in ein amphibisches Lebewesen verwandelte und das obwohl Marina es hasste nass zu werden und es noch mehr hasste Masken zu tragen. "Warum immer ich, Gates hat so was nie machen müssen," schimpfte sie theatralisch. An dieser Stelle sei erwähnt, das sie auch die Szene als Troi – der Kuchen sehr sehr gehasst hat.
Was sollte man tunlichst unterlassen, wenn Marina Sirtis so richtig in Fahrt ist? Genau – Themen wie Fussball und EM oder gar WM erst gar nicht ansprechen. Als just eine Fan sie auf die Niederlage Englands gegen Kroatien in der EM Qualifikation ansprach, entwich ihren Lippen ein herzhaftes – Shut up – "O.K. schönen Abend noch!", sprachs und wollte gehen. Doch dann entschied sich Marina doch dafür, den Fans noch zu erzählen, dass sie an jenem finsteren Abend das Spiel live gesehen und dabei immer wieder den Fernseher angeschrien habe. "Das kannst du nicht machen, nein," imitierte sie sich selbst. "So, willst du mich noch mit was anderem ärgern," – nein das sollte man wirklich nicht tun, wenn Marina diesen Blick drauf hat. Aber der Fan legte es drauf an und erwähnte das böse Wort UEFA Cup – Autsch. Schlechte Basis für den nächsten Fragenden – Keck der Running-Gag der FEDCon – der schon LeVar und Brent einen Job in seinem Fanfilm anbieten wollte, betrat das Spotlicht. Doch zur großen Überraschung der Anwesenden lehnte auch Marina rundweg das Rollenangebot ab – offensichtlich nimmt die Britin tatsächlich nicht mehr alles an und als ob das noch nicht genügt hätte, fragte Keck sie nun auch noch nach ihrem Hündchen Skilaki – der unglücklicherweise vor 2 Jahren verstorben ist. "Na willst du jetzt noch hören, wie Brent ihn in die Mikrowelle gesteckt hat," provozierte Marina in einem gespielten Wutanfall und erzählte dann statt dessen die Skilaki-Baseballstory. Einmal hatte die Schauspielerin ihr kleines Schoßhündchen mit zum Set gebracht. Jonathan Frakes nahm ihn zärtlich, wie es schien auf die Handfläche und rief dann Michael Dorn zu," Nimm ihn weit und lang!!!"
Marina Sirtis – sie kam über uns wie eine wahre Naturgewalt und ebenso gewaltig war der Applaus der sie nach gefühlten 10 Minuten von der Bühne begleitete.
Bildergalerien zu diesem Thema:
Susanne Philipp
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